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Unsere „neuen“ Flugscheine

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EASA-FCL für den Segelflug

Die EASA [European Aviation Safety Agency] hat europaweit neue Regelungen „EASA-FCL „ [Flight Crew Licensing] im Hinblick auf das Lizenzwesen eingeführt. Das Datum der Einführung war der 08. April 2012. Ein Jahr später – ab dem 08. April 2013 – werden neue Lizenzen nur noch nach  EU-Part-FCL erteilt. Die Umwandlung bestehender nationaler Segelfluglizenzen erfolgt gemäß dem Konversionsbericht NfL I 16/13 publiziert am 21.02.2013. Die Umstellung muss für Segelfluglizenzen bis zum 08. April 2015 abgeschlossen sein.

 

Grundsätzliches:
Es existieren zwei unterschiedliche Lizenzen:
SPL [Soaring Pilot Licence] ist eine ICAO-konforme Lizenz und LAPL(S) [Light Aircraft Pilot Licence (Soaring)] ist eine nicht-ICAO-konforme Lizenz. Die wesentlichen Unterschiede bestehen in den Anforderungen an und die Untersuchungsintervalle zum Medical. Hinzu kommt die weltweit unbegrenzte bzw. auf Europa begrenzte Gültigkeit. Darüber hinaus hat der LAPL(S) einige Tätigkeitsbeschränkungen. Der TMG [Touring Motorglider] wird nach erfolgreich absolvierter Ausbildung als Class Rating in beide Segelfluglizenzen eingetragen. Eine Berufspilotenlizenz kennt der Segelflug nicht.

LIZENZ SPL:
Das Mindestalter beträgt 16 Jahre und berechtigt zum Führen von Segelflugzeugen in den eingetragenen Startarten. Es werden nur die Startarten eingetragen, die im Rahmen der praktischen Prüfung geprüft wurden. Eine solche Beschränkung wird aufgehoben, wenn die folgende Ausbildung nachgewiesen wird:

  • Winden- und Fahrzeugstart: 10 Starts mit FI(S) [Flight Instructor (Soaring)] und 5 Starts alleine unter Aufsicht
  • Fluzeugschlepp- und Eigenstart: 5 Starts mit FI(S) und 5 Starts alleine unter Aufsicht; die Eigenstartausbildung mit FI(S) kann auf einem TMG erfolgen
  • Gummiseilstart: 3 Starts mit FI(S) oder 3 Starts alleine unter Aufsicht

Der SPL-Inhaber darf – im Gegensatz zum Inhaber einer LAPL(S) Lizenz – Fluggäste gegen Entgelt befördern (dies ist aber an Bedingungen geknüpft).

Lizenz LAPL(S)
Das Mindestalter beträgt 16 Jahre und berechtigt zum Führen von Segelflugzeugen in den eingetragenen Startarten. Es werden die Startarten eingetragen, die im Rahmen der praktischen Prüfung geprüft wurden. Erweiterungen erfordern die gleichen Voraussetzungen wie beim SPL. Der LPAL(S)-Pilot darf niemals eine Vergütung erhalten und nur im nichtgewerblichen Flugbetrieb tätig werden.

Gültigkeit
EASA Lizenzen Segelflug inklusive TMG verfallen nicht. Die Rechte aus SPL oder LAPL(S) können ausgeübt werden, sofern ein gültiges Medical vorliegt und  innerhalb der letzten 24 Monate

  • fünf Stunden und 15 Starts auf Segelflugzeugen (mit oder ohne Klapptriebwerk – aber nicht TMG) durchgeführt wurden,
  • wobei in der fraglichen Startart (Winde, F-Schlepp & Eigenstart) fünf Starts notwendig sind – für den Gummiseilstart reichen 2 Starts;
  • darüber hinaus sind zwei Übungsstarts mit FI(S) erforderlich.

Für den TMG ist der Mindestübungsstand

  • 12 Stunden als PIC [Pilot in Command] und
  • 12 Starts und
  • ein mindestens einstündiger Auffrischungsflug mit einem FI.

Starts und Zeiten aus SPL/LAPL(S) (inklusive Segelflugzeuge mit Klapptriebwerk) können nicht auf TMG angerechnet werden und umgekehrt.
Fehlende Zeiten können unter Aufsicht eines FI nachgeholt werden. Alternativ kann ein Prüfungsflug[Befähigungsüberprüfung] durchgeführt werden. Die erforderlichen Eintragungen zum Erhalt oder zur Wiedererlangung einer Gültigkeit nimmt ein FI durch Eintrag ins Flugbuch vor.

Berechtigungen
Passagierflüge: Mindesterfahrung zehn Stunden und 30 Starts als PIC. Die 90 Tage Regelung gemäß FCL.060 ist zu beachten. Passagierflüge gegen Entgelt dürfen nur SPL-Inhaber durchführen, die mindestens 18 Jahre alt sind, 75 Stunden oder 200 Starts als PIC nach Lizenzerhalt absolviert und eine Befähigungsüberprüfung abgelegt haben.
Die Lehrberechtigung FI(S) zur Ausbildung von SPL und LAPL(S) kann nur von volljährigen Lizenzinhabern mit mindestens 100 h Flugerfahrung und 200 Starts als PIC erworben werden. Für die Lehrberechtigung TMG kommen 30 h Flugerfahrung als PIC auf TMG und eine Kompetenzbeurteilung hinzu.
Kunstflug: Nach entsprechender Ausbildung für Lizenzinhaber mit mindestens 120 Starts als PIC.

Die Wolkenflugberechtigung wird vermutlich doch wieder eingeführt. Sobald die verbindlichen Regelungen bekannt sind, werden sie an dieser Stelle eingefügt.

Ausbildung
SPL und LAPL(S) benötigen 15 Stunden Flugausbildung, davon mindestens 10 Stunden mit FI und zwei Stunden im überwachten Alleinflug. Darin müssen mindestens 45 Starts, ein 50 km Überlandflug im Alleinflug oder ein100 km Überlandflug mit FI enthalten sein. Alleinflüge sind gemäß FCL.020 erst mit Vollendung des 14. Lebensjahres möglich.

Inhaber eines SPL oder LAPL(S) müssen zur Erlangung des Class Rating TMG eine sechsstündige Flugausbildung, davon vier Stunden mit FI und einen 150 km Überlandflug mit mindestens einer Landung auf einem fremden Platz absolvieren. Alleinflüge sind gemäß FCL.020 erst mit Vollendung des 16. Lebensjahres möglich.

Flugzeit:
Als Flugzeit gilt bei Segelflugzeugen die Zeit vom Beginn des Startlaufs bis zum vollständigen Stillstand des Segelflugzeuges nach Beendigung des Fluges. Ansonsten ist es die Gesamtzeit ab dem Zeitpunkt, zu dem sich das Flugzeug in Bewegung setzt, um zu starten, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem es am Ende des Fluges zum Stillstand gekommen ist. Einträge der Flugzeit sind so zeitnah wie möglich nach Durchführung des Fluges vorzunehmen.

 

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