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1923-1925

Das erste Flugzeug wird gebaut – Emil Schäfer fährt mit dem Fahrrad auf die Wasserkuppe – Neue Erkenntnisse und der erste Bruch

 

1923 – Die Vereinsgründung.

Fünf Hirzenhainer – Lehrer Emil Schäfer, Lehrer Heinrich Moos, Schreinermeister Ernst Weigel, Schmiedemeister Heinrich Göst und der Elektromonteur Rudolf Baum – gründen eine Segelflugvereinigung.

Nach einer langen Besprechung im November 1923 steht fest, diese fünf wollen ein Segelflugzeug bauen.

Daß keiner von Ihnen theoretische oder gar praktische Vorkenntnisse im Flugzeugbau und Fliegen aufzuweisen hat, hindert sie nicht, sich sogleich in einer alten Scheune ans Werk zu machen. Bauzeichnungen und Anleitungen gibt es zu jener Zeit natürlich auch noch nicht. Nur wenige Jahre zuvor sind ja in der Röhn erstmals Segelflugzeuge gebaut und geflogen worden. Und so sind die Hirzenhainer Pioniere hauptsächlich auf die eigenen Ideen angewiesen.

1924 – Der erste Startversuch

Nach neunmonatiger harter Arbeit ist das Flugzeug fertig. Der Rumpf – ein gewaltiges Lattengerüst, mit Hilfe vieler Nägel und Holzschrauben zusammengehalten, mit Aluminiumdraht verspannt und mit 15 mm dicken Eisenbeschlägen versehen, die Tragflächen – mit dicken Holmen aus bestem Kiefernholz, mit Rippen aus massiven Fichtenbrettern, ebenfalls zusammengehalten mit Nägeln, Schrauben und Eisenbeschlägen. Trotz schlechten Wetters ist an jenem Sonntagmorgen im August das halbe Dorf versammelt, als Emil Schäfer das Flugzeug besteigt um mit Hilfe der 20 Mann starken Startmannschaft vom Hornberg aus ins Tal zu fliegen. Aber der Vogel will nicht. Nur wiederwillig läßt er sich an der Heuleine – welche als Startseil dient – einige Meter weit durch das dichte Heidegesträuch schleifen.

Auch der zweite Versuch schlägt fehl. Als dann einer der Starthelfer den Vorschlag macht, die „Kiste“ von einigen kräftigen Männerschultern aus zu starten, ist das Ende scheinbar schon besiegelt.Denn als die Startmannschaft anzieht, erhebt sich das Flugzeug zwar in die Luft, aber nur um plötzlich wieder zu landen und zwar auf dem Rücken der „Kistenträger“, die daraufhin unliebsame Bekanntschaft mit dem Erdboden machen.

Nach Berichten von Augenzeugen betrug die damals erreichte Flugweite immerhin 4,75 Meter.

Nach weiteren mißglückten Versuchen müssen Emil Schäfer und seine Getreuen aufgeben. Das erste Hirzenhainer Flugzeug fliegt nicht.

 

1925 – Neue Erkenntnisse und der erste Bruch

Emil Schäfer fährt an Pfingsten 1925 mit dem Fahrrad von Hirzenhain aus auf die Wasserkuppe. Mit neuen Ideen, neuen Erkenntnissen und neuem Optimismus kommt er zurück. Das Flugzeug wird umgebaut. Neben anderen Verbesserungen erhält es vor allem einen leichteren Rumpf.
Als hochwillkommene Helfer sind inzwischen zwei weitere flugbegeisterte zu der Vereinigung gestoßen, die Lehrer Wilhelm Mittler und Erich Jung aus dem Nachbardorf Lixfeld. Mit vereinten Kräften wird nun versucht, das verbesserte Flugzeug mit Hilfe des inzwischen angeschafften Gummiseils zum Fiegen zu bringen. Als das schließlich auch für einen Moment gelingt, ist es nur, um den ersten Bruch zu demonstrieren.

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